Tag 21


Tag 21
06.03.2018

Der letzte Tag in Syrien.

Ich nehme Abschied von den Leuten hier und es wundert mich sehr wie viele Leute weinen, wenn sie mich drücken! Ich glaube, jeder sieht in mir jemanden den er im Ausland vermisst.

Die Zeit in Syrien war wunderschön. Ich habe selber wieder viel über Land und Leute gelernt und ich freue mich auf den nächsten Besuch.
Ich werde meine Familie wieder verlassen müssen und das schöne Zuhause hier, aber Zuhause ist da, wo die Familie und die Liebe ist. Deshalb denke ich, ich verlasse das eine Zuhause hier um ins andere Zuhause in Deutschland zu gehen und ich freue mich auch darauf.

Deutschland. Da wird keiner sein, der mir sagt, willkommen in der Heimat. Was ist Heimat? Ist es das was die Papiere belegen?

In Berlin, im Flughafen, musste ich beim Hinflug eine halbe Stunde an der Wand stehen, weil mein Pass anscheinend der erste jordanische Pass war, den die Berliner Angestellte in ihrem Leben gesehen hat. Sie wusste nicht worauf sie achten sollte, bei so einem exotischen Pass. Nach dem langen Warten hat sie sich nicht einmal dafür entschuldigt. Dabei sage ich immer, Respekt ist der Vorteil Europas, gegenüber unseren Ländern. Aber es ist wie es ist. Ich hoffe meine Rückkehr wird glatt gehen und Deutschland nimmt mich einfach freundlich wieder auf.

Morgen geht es wieder über Beirut. Beirut im Tageslicht. Ich glaube das wird schön.

Vielen Dank, an alle die mich bei meiner Reise begleitet haben. Ich hoffe, ich konnte euch ein Stückchen im Leben weiterbringen, euch Neues zeigen und für Verständnis werben.

Denkt an mich.

Bis dann.

Eure Samaa.

6 thoughts on “Tag 21

  1. Danke Samaa für deinen Mut und deine Offenheit und deine Liebe für Menschen. Ich konnte vieles was ich aus Nachrichten und Berichten schon wusste, ganz anders erleben und auch wenn das Erlebte oft sehr traurig und schmerzhaft war, hast du mir eine sehr intensive und authentische Perspektive ermöglicht, die sicherlich sehr wertvoll ist. Für mich und auch für das Miteinander mit den Menschen die aus Syrien nach Deutschland gekommen sind.
    Ich glaube, dass du sehr wichtige Arbeit leistest, indem du zwischen den Ländern Austausch schaffst. Und ich empfehle deinen Blog sehr fleißig weiter.
    Alles Liebe und hoffentlich bis bald!

  2. Liebe Samaa, mit großem Interesse habe ich Ihren Blog verfolgt. Es war ungeheuer mutig von Ihnen in ein Kriegsgebiet zu reisen , aber ich kann Sie verstehen . Die Sehnsucht nach der Familie , nach Freunden , Bekannten und nach der Heimat mindern die Angst und den Schrecken . Ich habe mit Ihnen gebangt , mich mit Ihnen gefreut und ganz viel an Sie gedacht. Ich habe Sie in meiner Praxis als eine sehr fleißige, umsichtige und wissbegierige junge Frau kennengelernt. Ich hoffe , dass der Krieg in Syrien bald zu Ende ist , dass Sie Ihren Landsleuten vielleicht etwas Mut machen konnten und dass Sie später einmal als Ärztin Ihrer Heimat beim Aufbau helfen können ( vielleicht als Gynäkologin ? ). Danke , dass ich an Ihrem privaten Leben teilhaben konnte. Ich hoffe , Sie sind gut zurück nach Deutschland gekommen . Ihre Barbara Löw

  3. Jetzt ist es vorbei?
    Ich möchte mich bei Samaa bedanken.
    Danke dafür das du uns mitgenommen hast.
    Danke das du unsere Augen ein Stück weiter geöffnet hast.
    Danke das du nicht aufgibst.
    Danke das ich die technische Betreuung machen durfte und somit ein Teil des Blogs sein darf.
    Allen Mitlesern verspreche ich noch etwas Druck auf Samaa zu machen, um vielleicht das eine oder andere Bild hier nachzureichen. Oder aber hier und da etwas zu ergänzen.
    Zurück zur ersten Frage. Nein, es ist nicht vorbei. Hier wird schon an der nächsten Sache gearbeitet. Soviel sei schon verraten………also, stay tuned!

    1. Danke dir, fuer alles.
      Ohne dich waere es alles gar nicht moeglich gewesen.
      Danke fuer die Ermutigung, fuer die Unterstuetzung und fuer dich.

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